Trondheim und Dovrefjell

Tag 15

Nach einer wunderschönen Nacht unter Nordlichtern erledigten wir bei teilweise blauem Himmel unsere allmorgendliche Routine.

Beim Rasteplass Hellåga versuchten wir, zum Frühstück Baked Beans und Tee zuzubereiten, das stellte sich wegen des starken Windes aber als Härtetest heraus. Der offene Campingkocher konnte das Wasser nur sehr langsam erwärmen, weshalb wir uns zur Zubereitiung der Bohnen hinter einer kleinen, schützenden Felswand versteckten.

Wie schon am Hinweg kamen wir bei Laksforsen vorbei und erreichten später Nordlandsporten, diesmal bei Tageslicht. Der berühmte Schriftzug „Nord-Norge“ fehlte leider. Dieser lag neben dem Tor am Boden, weil er offensichtlich wegen vermoderndem Holz ausgetauscht werden muss.

Bei Namsskogan machten wir einen kleinen Spaziergang und nutzten einen Unterstand, um den Jetboil zu testen, den wir nach dem misslungenen Frühstück erstanden hatten. Nachdem wir ohnehin einen zweiten Kocher wollten und ich schon viel gutes über dieses Produkt gehört hatte, investierten wir die rund 90€. Der Jetboil ist ein kompakter Gaskocher mit einem speziellen Gefäß, das die Wärme der Flamme über Kühlrippen sehr effizient aufnehmen kann.

In Harran sahen wir uns eine Kirche an und spazierten Richtung Fiskumfossen, kehrten aber aus Zeitgründen bald wieder um.

Kurz vor Trondheim nahmen wir bei Inderøya den „Goldenen Umweg“, eine kulturell und vor allem landschaftlich sehr interessante Route. Irgendwie passend, dass wir hier den 30.000. Kilometer mit unserem Tesla zurücklegten.

Für die folgende Nacht hatten wir kurz zuvor ein Zimmer im Radisson Blu am Trondheimer Flughafen gebucht, nachdem das die günstigste Schlafmöglichkeit in der Gegend darstellte. Wir nutzten eine der vielen Ladepunkte im Parkhaus des Flughafens und bezogen das Zimmer mit direkter Aussicht auf die Rollbahn.

5-13°C, sonnig und hin und wieder leicht bewölkt. 7.314 km

Tag 16

Der Tag begann mit einem durchschnittlichen Frühstück und wir verließen das Hotel am Flughafen in Richtung der Trondheimer Innenstadt.

2017 hatten wir die Universitätsstadt bereits besucht, damals aber bei Regen und so nutzten wir diesmal das sonnige Wetter. Ein Spaziergang über die berühmte Gamle Bybro (Alte Stadtbrücke) mit Blick auf die bunten historischen Holzgebäude am Fluss Nidelva erinnerte uns an den letzten Besuch. Wir gingen über eine steile Straße zur Kristiansenfestung, vorbei an einem interessanten Fahrradlift. Bei einer tollen Aussicht umrundeten wir die Festung und gingen anschließend zurück zum Nidarsdom bevor wir wieder das Auto aufsuchten.

Um ca. 16:00 Uhr erreichten wir unser Tages-Zielgebiet, den Dovrefjell Nationalpark, der für die hier lebenden Moschusochsen bekannt ist. Spontan entschlossen wir uns zu einer Wanderung auf den Høgsnyta. Nach 1 1/2 Stunden kamen wir bei eisigem Wind am Gipfelplateau an und drehten eine Runde. Kurz bevor wir den Rückweg antreten wollten, entdeckten wir am gegenüberliegenden Hang eine kleine Herde Moschusochsen. Selbst durch das Fernglas waren die Tiere wegen der Entfernung schwer zu erkennen aber es war dennoch schön, überhaupt welche zu sehen. Bei Eintreten der ersten Erfrierungserscheinungen ließen wir den Gipfel wieder hinter uns und gingen einen anderen Weg zurück ins Tal.

Als Schlafplatz wählten wir einen Parkplatz an der Straße zum Snøhetta Viewpoint, den wir 2017 schon besichtigt hatten. Das Zelt benutzten wir auch diesmal nicht, da sich die Temperaturen schon am Abend dem Gefrierpunkt genähert hatten. Zum Abendessen bereiteten wir neben dem Auto ein paar Chili-Käse-Würstel auf einem Einweggriller zu.

1-18°C, vormittags sonnig, nachmittags bewölkt und windig. 7.529km