Sean Tucker und das Nifty Fifty

Rund um das Jahr 2012 konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, wieso Objektive mit Brennweiten um die 50mm als Normalobjektive bezeichnet werden. Meine 7D wurde damals fast ausschließlich dazu benutzt, Bilder durch ein ausgezoomtes 16-35mm aufzunehmen. Vorwiegend schlechte Bilder.

Im selben Jahr habe ich das Canon 50mm 1.4 USM erworben, und zwar ausschließlich aufgrund von Stimmen aus dem YouTube-Player und ohne jede Vorstellung, wie man damit Fotos machen soll.

Es war in den USA mit im Gepäck. Zweimal. Es ist quer durch Mitteleuropa gereist, in meinem Rucksack. Es hatte ein, zwei Einsätze als Portraitobjektiv oder in einem Nachtlokal wegen seiner Lichtstärke. Obwohl einige Fotos damit entstanden sind, konnte ich mich nicht richtig damit anfreunden. Hier ein paar der Fotos:

 

Irgendwann begann ich Teleobjektive zu schätzen. Erst 70-200mm, dann 70-300mm. Mir wurde klar, dass ein Weitwinkelobjektiv weit mehr fotografisches Können erfordern würde, als ich zu diesem Zeitpunkt aufzuweisen hatte. Und im Gegensatz dazu lange Brennweiten, sofern man minimal auf die Komposition achten würde, fast alle anderen Fehler verzeihen und hochwertig wirkende Bilder liefern würden.

Und dann kam die Vintage-Zeit, in der ich erst ein Objektiv, dann noch zwei und dann die historisch passende Kamera kaufte. Die alten Festbrennweiten wurden mit einem Adapter auf die DSLR montiert, die analoge SLR wurde mit einem Film gefüttert und da hatte sie auch schon begonnen, die Zeit der Normalobjektive.

Langsam aber stetig fanden Objektive ohne Zoom, ohne Autofokus, ohne Stabilisator und oder roten Ring ihren Weg in mein Fotografenherz. Nachfolgend gezeigte Bilder sind, ebenso wie das Titelbild,  mit dem Helios 44-2 entstanden.

 

 

Sean Tucker

ist ein in London lebender Portraitfotograf, der mich mit seiner auf YouTube wenig verbreiteten, in sich gekehrten Art und seinen dementsprechend feinfühlig produzierten Videos berührt hat.

Er hat mich daran erinnert, meine Art zu denken auch auf die Fotografie anzuwenden, mich auf die Steigerung der Effizienz zu konzentrieren und mein Kreativität vor eine neue Herausforderung zu stellen.

In Folge dessen möchte ich den bevorstehenden Solotrip mach Südengland ganz im Zeichen des Minimalismus planen.

Die Entscheidung, eine Drohne mitzunehmen oder nicht habe ich mir ja abgenommen, somit soll der Reduktion des restlichen Equipments nichts im Wege stehen.

Abgesehen von Ladegerät usw. möchte ich mich auf folgende Ausrüstung beschränken:

  • Canon 5D Mark III mit Canon 50mm f/1.4
  • Zenit ET mit Helios 44-2
  • Adapter M42 –> EF
  • Stativ

 

Die Reise beginnt Mitte Februar.

– mr