Bits, Kilowatt, eine Wanderung und ein verdammt langer Ortsname

Tag 2

Nach dem Check-out gingen wir erneut ins Westfield Shopping Center um dort unser Auto entgegen zu nehmen. Dieses sollte ab 9:00 Uhr bereit stehen, wir kamen aber etwas später an. Um 9:42 Uhr erhielten wir beide einen Anruf von einer netten Dame von Ufodrive und gleichzeitig ein E-Mail, dass unser VW ID.3 vom Vormieter beschädigt retourniert wurde und wir ein Upgrade auf ein Tesla Model 3 erhalten hätten. Eigentlich eine gute Sache, aber wir hatten ja nicht grundlos einen ID.3 gebucht. In erster Linie wollten wir einmal die Elektroauto-Praxis außerhalb der Tesla-Komfortzone erfahren, andererseits wollten wir im Hinblick auf die walisischen Straßen ein möglichst kleines Auto.

Als wir in der Garage das uns zugeteilte Model 3 auf Schäden untersuchten, fiel uns auf, dass gegenüber gerade ein ID.3 gereinigt wurde. Auf Nachfrage, ob das Auto denn verfügbar wäre, telefonierte der Mensch kurz mit Ufodrive und sorgte dafür, dass das Auto als fertig gekennzeichnet wurde. Ich rief dann nochmals bei der Dame von vorhin an, erklärte ihr die Situation und sie konnte uns tatsächlich den ID.3 zuweisen. Er war nur zu 30% geladen, aber das sollte der Sache keinen Abbruch tun. Die Änderungen waren jeweils sofort in der App sichtbar und die kontaktlose Übernahme des Autos klappte problemlos.

So ließen wir also London hinter uns und fuhren Richtung Norden nach Milton Keynes. Dort befindet sich Bletchley Park, der unter anderem das National Museum of Computing beherbergt. Darin finden sich zahlreiche interessante Exponate, allen voran die von Alan Turing mitentwickelte Turing-Welchman-Bombe. Diese Maschine wurde benutzt, um im zweiten Weltkrieg die Verschlüsselung der deutschen Enigma zu knacken. Die Geschichte dazu kann man sich im großartigen Film The Imitation Game mit Benedict Cumberbatch ansehen.

Nach weiteren drei Stunden Fahrt erreichten wir unsere Heimat für die nächsten paar Tage, Betws-y-Coed im Snowdonia Nationalpark in Wales. Wir bezogen das Zimmer Nr. 1 im Summerhill House und fuhren zur einzigen Schnellladesäule im Ort, die ärgerlicher Weise von einem nicht ladenden Elektroauto blockiert wurde. Nochmals zum Mitschreiben für alle: Eine Ladesäule ist kein Elektroauto-Parkplatz! Wir beschlossen den Tag mit einem schönen Abendspaziergang durch den malerischen Ort.

Tag 3

Am Morgen des folgenden Tages war die Ladesäule frei und wir konnten unser Auto vor dem Frühstück anstöpseln. Das Frühstück war wie schon 2018 großartig. Mit vollem Magen und vollem Akku steuerten wir Nantmor an, um von dort den Weg zu gehen, den ich letztes Mal schon erkundet hatte. Am Rückweg zum Auto besuchten wir außerdem die Sygun Copper Mine.

Der Tag hatte noch ein paar Stunden, also fuhren wir nach Llanfairpwll­gwyngyllgogery­chwyrndrobwll­llantysilio­gogogoch. Der Ort hat eigentlich nichts zu bieten, mit Ausnahme der Länge seines Namens, die zumindest Europaweit unübertroffen ist. Vor der Rückfahrt nach Betws-y-coed besuchten wir noch Beaumaris.

Nachdem das Restaurant unserer Wahl keinen Tisch mehr frei hatte, kauften wir uns Fish&Chips und verspeisten diese auf einer Parkbank. Beim anschließenden Abendspaziergang erfreuten wir uns an der Gesellschaft mehrerer Häschen, die die Grünflächen bevölkern.