Vanmoof S3/X3 Erfahrungsbericht
und wie absurd sparsam E-Bikes sind

Lesezeit: 22 Minuten (oder 9km mit dem E-Bike)

Bis vor etwa fünfzehn Jahren bin ich fast täglich auf meinem Fahrrad gesessen, das ich gemeinsam mit meinem Vater, der damals in der Sportartikelbranche tätig war, aus zwei verschiedenen Modellen zusammenstellen ließ. Ich habe es leidenschaftlich gerne rundenweise durch unseren Garten bewegt und unsere Siedlung und die umliegenden Wälder damit erkundet.
Während unserer Zeit in Wien stand jenes Fahrrad die allermeiste Zeit im Keller und wurde – nach einer Umrüstung auf Straßenreifen – lediglich eine handvoll Mal herausgeholt. Unter anderem, um quer durch die Stadt ins Büro zu fahren. Diese etwa sieben Kilometer langen Fahrten waren im Rückblick eines der ausschlaggebenden Elemente auf unserem Weg zum Elektroauto.

Nachdem ich im CleanElectric Podcast öfters von dem niederländischen Fahrradhersteller Vanmoof gehört hatte und wir inzwischen im deutlich ländlicheren Salzburg lebten, begann ich, mich intensiver mit E-Bikes auseinanderzusetzen. Ich hatte keinerlei sportliche Ambitionen, aber der Gedanke, die tägliche Fahrt in die Firma auf dem Radweg anstelle der Autobahn zu bewältigen, wirkte sehr reizvoll.
Nach einer groben Recherche der Marktbegleiter von Vanmoof machten Carina und ich eine Probefahrt und kamen am 28.2.2022 wieder nach München, um jeweils ein Fahrrad zu erwerben.

Inhalt

Generelles

Zu E-Bikes gibt es ja sehr polarisierende Meinungen. Vor allem aus der Sicht sportlich motivierter Radfahrer:innen kann eine ablehnende Haltung vielleicht in manchen Fällen nachvollzogen werden. Ich persönlich sehe das aber sehr neutral. Ich finde, was auch immer Menschen dazu bewegt, sich zu bewegen, kann so schlecht nicht sein. Außerdem tragen elektrisch unterstützte Fahrräder nachweislich zu einer Verlagerung vieler Mobilitätsbedarfe vom PKW hin zum Zweirad bei und sorgen so für großes Reduktionspotential bei den Kosten und den Emissionen bei.
Wenngleich ich es durchaus etwas befremdlich finde, wenn mir am brettebenen Radweg E-Mountainbikes mit der Anmutung eines BMW iX entgegenkommen. Fette Reifen, massiver Federweg, riesiger Akku. Alle diese Fahrräder hatten eines gemeinsam: Sie waren blitzsauber und wirkten ohne Ausnahme wie eben aus dem Geschäft gerollt. Für mich sind das die SUV des Radwegs.

Ein Vanmoof ist kein Sportgerät. Es ist ein Transportmittel.

Vanmoof-Verkäufer im Münchner Store

Fahrräder von Vanmoof zeichnen sich primär durch das minimalistische Design, den sehr hohen Integrationsgrad, die automatisierte Schaltung, den Diebstahlschutz sowie den klaren Fokus auf urbane Mobilität aus.
In unserem Fall stellen sie das optimale Mittel dar, um die allermeisten täglichen Mobilitätsbedarfe zu decken. Es sind keine Sportgeräte. Sie haben keine Federung und nur vier Gänge. Aber sie wiegen auch nur etwa 21kg, bieten viele Optionen zum Transport von Gepäck und kosten weniger als die allermeisten Elektrofahrräder mit vergleichbarer Reichweite. Die elektrische Unterstützung kann in 5 Stufen eingestellt werden, wobei bei Verwendung der höchsten Stufe das Treten nur mehr rein kosmetische Zwecke hat. Die Motorunterstützung endet, wie gesetzlich erforderlich, bei 25km/h. Will man schneller fahren, erfordert das zwar Muskelkraft, spart aber auch eine ganze Menge Strom.

Kauf

Ich wollte ein Vanmoof S3 in Schwarz und Carina das kleinere X3 in Blau, beide sollten damals jeweils 2.198€ kosten. Ersteres war lagernd und konnte gleich mitgenommen werden, letzteres mussten wir online bestellen und es kam am 18.3.2022 in Salzburg an. Laut dem Store-Mitarbeiter würden sie gerne auch X3 auf Lager führen, dürften das aber nicht, da dieses Modell offiziell nur für den asiatischen Markt bestimmt sei. Nachvollziehbar ist das für mich nicht, nachdem auch den allermeisten europäischen Frauen das S3 aufgrund der Höhe des Oberrohrs nicht passen dürfte.

Bei Carinas X3 war einer der beiden Taster am Lenker funktionslos. Wir erhielten einen neuen Taster unkompliziert und schnell zugeschickt, dieser brachte aber keine Verbesserung. Nachdem wir das Fahrrad wieder nach München gebracht hatten, wurden wir am 12.4.2022 verständigt, dass es repariert und abholbereit wäre. Vor Ort stellte sich aber heraus, dass der falsche Taster repariert wurde und das Fahrrad gegen ein neues getauscht werden müsse, da scheinbar ein Defekt am Kabelbaum vorlag, der nicht im Store repariert werden könne. Das neue Fahrrad konnte nicht nach Österreich verschickt werden, da es über den deutschen Store bestellt werden musste, weshalb Carina erst am 26.4.2022 ihr neues Vanmoof X3 in München abolen konnte. Seitdem gab es keine Probleme.

Vanmoof vertreibt die Fahrräder ausschließlich online und in den Vanmoof Stores. Wartung und Reparaturen können auch in Partnerwerkstätten durchgeführt werden. Beides gibt es leider noch nicht sehr häufig, vor allem in Österreich und Süddeutschland.
Rabatte gibt es keine. Mit einem Empfehlungscode (Meiner lautet übrigens VRR#65TJ-0H14-2RZS) bekommt man aber 100€ Guthaben, das man beispielsweise für Zubehör einlösen kann. Manchmal finden sich auch gebrauchte Modelle zu reduzierten Preisen im Outlet.

Peace of Mind

Unter dem Namen Peace of Mind bietet Vanmoof eine Garantieverlängerung bzw. eine Diebstahlversicherung an, die auch das Suchen und ggf. Ersetzen eines gestohlenen Fahrrads abdeckt. Ein Jahr Peace of Mind ist immer inklusive und beinhaltet auch eine Wartung, die man optimalerweise kurz vor Ende dieser Periode durchführen lässt.
Wir haben uns nicht für eine Verlängerung entschieden, da andere Versicherungen für weniger Geld einfach mehr Leistung bieten. Konkret vermissten wir bei Peace of Mind vor allem eine Versicherung gegen Vandalismusschäden.

Zubehör

Ich nutzte einen Empfehlungslink (Danke Phil), um einen Gepäckträger (bis zu 15kg) und eine große Seitentasche für insgesamt nur 20€ dazuzukaufen. Die große Tasche ist perfekt für Einkäufe geeignet und bietet sogar genug Platz um meinen Arbeitsrucksack darin zu verstauen, sofern er nicht zu voll ist.
Inzwischen habe ich noch eine kleinere Seitentasche von Vaude dazugekauft, um kleinere und lose Gegenstände, im speziellen einen Laptop, ordentlich transportieren zu können.
Carina hat sich stattdessen ein Schloss und einen Frontgepäckträger dazugekauft (Danke Marcel). Später dann noch eine Lenkertasche, ebenfalls von Vaude.

Lieferung & Zusammenbau

Die Fahrräder wurden in Paketen von 165x88x27cm geliefert und passten damit wie angegossen in das Heck eines Tesla Model 3. Bei Onlinebestellung wurden für den Versand 75€ verrechnet.
Das Vorderrad musste man selbst montieren und den Lenker ausrichten und arretieren. Die Anleitung und passendes Werkzeug lagen bei, ebenso wie eine Fußpumpe, Kettenöl und eine Party-Tröte.

Neben der Höhe der Sattelstütze kann auch die Lenkerhöhe durch Einsetzen der beiliegenden Distanzringe verändert werden. Der Sattel lässt sich in drei Positionen nach vorne bzw. nach hinten verschieben, er kann allerdings nicht in seiner Neigung verändert werden.

Fahren

Hat man sich erst einmal an die automatisierte Schaltung gewöhnt und die Nutzung des Boost-Buttons verinnerlicht, steht einem flotten und geschmeidigen Vorankommen nichts mehr im Weg.
Die Schaltzeitpunkte des 4-Gang-Radnabengetriebes sind in der App einstellbar und richten sich streng nach der Geschwindigkeit. Mit der Zeit bekommt man ein Gefühl dafür, wann ein Schaltvorgang passieren wird, und man kann im passenden Moment die Pedalkraft etwas reduzieren. Tut man das nicht, kann es zu ungesund klingenden Knackgeräuschen führen, vor allem beim Herunterschalten. Generell sollte man das Fahrrad nicht dazu nutzen, die Beinmuskulatur zu trainieren sondern eher dem 250W starken Frontmotor die Arbeit überlassen. Bei Steigungen, und um zu beschleunigen, sollte man den Boost-Button drücken, um das volle Motordrehmoment von 59Nm nutzen zu können.

Fahreindrücke und der Einsatz des Boost-Buttons. Der Schlupf, den man zu Beginn hört, ist keineswegs normal sondern nur der Gewichtsverlagerung durch das Filmen geschuldet.
Obwohl die Fahrräder von Vanmoof für die Stadt gemacht sind, kann man damit auch abseits der asphaltierten Wege Spaß haben.

Diebstahlsicherung

Die integrierte Diebstahlsicherung funktioniert so, dass man durch betätigen der Kick Lock genannten Verriegelung des Hinterrads eine bewegungsempfindliche Alarmanlage aktiviert. Wird diese ausgelöst, macht das Fahrrad Geräusche und zeigt einen animierten Totenkopf am Display an. Zum Entsperren reicht es, wenn ein Handy mit der Vanmoof-App, in der man angemeldet ist, in Reichweite ist. Alternativ kann man das Fahrrad auch per Codeeingabe über einen der Taster am Lenker entsperren.
Die Fahrräder von Vanmoof sind eine der, wenn nicht sogar die ersten Produkte von Drittherstellern, die nativ in das Find My-Netzwerk von Apple integriert sind. Man kann die Position des Fahrrads also wie bei einem AirTag ermitteln.
In jedem Fall ist aber ein zusätzliches Ketten- oder Faltschloss empfehlenswert bzw. je nach Versicherung sogar erforderlich.

Verbrauch & Kosten

Ich habe aus mehreren Fahrten mit der höchsten Unterstützungsstufe einen mittleren Stromverbrauch von 0,79kWh/100km ermittelt. Darin inkludiert sind bereits 15% Ladeverluste, die ich schätzungsweise annahm. Daraus ergibt sich eine Reichweite von 73km bei höchster Unterstützungsstufe, was sogar höher ist, als die Herstellerangabe.

Vergleicht man die “Treibstoff”kosten pro Kilometer mit denen eines PKW, so ergibt sich folgendes:

Ein Verbrenner-PKW kostet im Verbrauch etwa 50-mal so viel wie ein E-Bike!

Würde ich meinen aktuellen Arbeitsweg fünf Jahre lang mit dem Vanmoof statt mit dem Elektroauto zurücklegen, würde ich mir schon alleine bei den Stromkosten fast 2.800€ ersparen. Im Vergleich zu einem Verbrenner wären es sogar über 5.200€ Ersparnis.

Pro Monat spare ich also 50€ an Stromkosten gegenüber dem Elektroauto.
Gegenüber einem Verbrenner wären das sogar 94€.
JEDEN EINZELNEN MONAT! 🤯

Ähnlich beeindruckend sehen folglich auch die CO2-Emissionen aus, die aus dem Betrieb resultieren. Wir sprechen hier von 1/25 dessen, was ein Elektroauto verursacht und von weniger als einem Hundertstel der Emissionen eines Verbrenners!

Annahmen für die obigen Diagramme:
Arbeitsweg Fahrrad 14,6km, Arbeitsweg PKW (Autobahn) 20,4km, Verbrauch Fahrrad 0,79kWh/100km, Verbrauch Elektroauto 20kWh/100km, Verbrauch Verbrenner 7,4l/100km, Strompreis 0,30€/kWh, Treibstoffpreis 1,50€/l, 5 Arbeitstage pro Woche, 5 Urlaubswochen pro Jahr. Alle weiteren Zahlen stammen von hier.

Fahrzeit

Auch wenn man vermuten würde, dass die Fahrzeit mit dem Fahrrad deutlich länger ausfällt, ist der Unterschied gar nicht so groß. Mit dem Auto brauche ich je nach Verkehrslage zwischen 20 und 30 Minuten pro Fahrt, mit dem Fahrrad bin ich üblicherweise 37 Minuten lang unterwegs. Es ergibt sich im Mittel also ein zeitlicher Mehraufwand von etwa 50%, der aber einer Kostenreduktion von 97,2% (ggü. Elektroauto) bzw. 98,5% (ggü. Verbrenner) gegenübersteht.

Akku & Laden

Der Akku, der im Unterrohr verbaut ist, hat eine Kapazität von 504Wh bei einer Nominalspannung von 36V und einer Ladeschlussspannung von 42V.
Daraus schließe ich, dass es sich um einen Pack aus 18650er NMC-Zellen handeln müsste, und zwar entweder aus 40 Zellen zu je 3500mAh in einer 10S4P-Konfiguration oder aus 50 Zellen zu je 2800mAh in einer 10S5P-Konfiguration. Vermutlich eher letzteres.

Im Unterrohr eines S3 untergebracht, müsste das physisch also in etwa folgendermaßen aussehen. Das Unterrohr des X3 ist interessanterweise etwas dicker und würde möglicherweise auch andere Anordnungen zulassen. Beide Unterrohre haben eine Länge von etwa 70cm.

Das mitgelieferte Ladegerät liefert bei der genannten Spannung von 42V einen Strom von 4A, also 168W Peak-Ladeleistung. Eine Ladung von 0% auf 100% dauert somit gut 3 Stunden, die Laderate beträgt also etwa 0,3C.
Um den Akku nicht immer auf 100% zu laden und damit die Lebensdauer zu erhöhen, verwende ich diese Timer-Steckdose, um die Ladezeit auf 0,5h (≈+15%), 1h (≈+30%) oder 2h (≈+60%) zu begrenzen. Je nachdem, wie voll der Akku gerade ist.
Stattdessen wäre natürlich schön, wenn man direkt in der App ein Ladelimit einstellen könnte. Die Zahl der Nutzer:innen, die diese Funktion verstehen und anwenden würden, ist aber wohl noch überschaubar.
Die Akkus sind laut Vanmoof für 800 Vollzyklen ausgelegt, was für NMC-Zellen eine eher pessimistische Angabe ist. Welcher SoC danach angenommen wird, kommuniziert der Hersteller aber nicht. Ich gehe von 75% aus, wodurch nach einer Laufleistung von 58.400km noch immer eine Reichweite von über 50km zu erzielen sein müsste. Ich behandle den Akku, wie oben beschrieben, sehr sorgsam und erwarte somit, dass er den Rest des Fahrrads wohl deutlich überleben dürfte.

Der Akku ist nicht werkzeuglos entnehmbar, und kann daher auch nicht einfach gestohlen werden. Er kann aber natürlich auch zum Laden nicht entnommen werden.

Kritik und Anmerkungen

Bremsen

Vanmoof verbaut, im Gegensatz zu allen mir bekannten Fahrradherstellern, ungelochte Bremsscheiben. Vermutlich hat das ausschließlich optische Gründe, und tatsächlich passen die Bremsscheiben perfekt zum minimalistischen Aussehen des Fahrrads.
Aber: Schon nach wenigen Kilometern trat an der Vorderbremse ein Quietschen, oder besser Zwitschern, auf. Das eignete sich ganz vorzüglich als Klingel-Ersatz und hätte mich deshalb auch nicht wirklich gestört. Nicht akzeptabel war hingegen, dass bei Nässe die Bremsleistung signifikant nachließ. Ich nutze das Fahrrad dank entsprechender Kleidung bei jedem Wetter, weshalb das für mich ein sicherheitsrelevanter Mangel war.

Schon beim Kauf fiel mir auf, dass die beiden Verkäufer an ihren eigene Vanmoofs gelochte Bremsscheiben montiert hatten und somit machte ich mich auf die Suche nach solchen. Dank der super Beratung bei Bikepalast in Elsbethen fand ich schließlich ein passendes Modell, konkret die Shimano SM-RT26, die ich an der Vorderachse montierte. An der Hinterachse beließ ich vorerst noch die Originalscheibe, werde aber vermutlich auch diese irgendwann gegen eine gelochte austauschen.
Die Scheibe lässt sich einfach austauschen, das Motorkabel muss dazu nicht einmal abgesteckt werden.
Im Zuge des Umbaus habe ich die Reibflächen der Bremsbeläge etwas angeschliffen, um die ursprüngliche Oberfläche wieder herzustellen. Bei den Belägen handelt es sich übrigens um Resin-Beläge (auch organisch genannt), was für die Auswahl der richtigen Scheibe wichtig ist.

Bisher zeigen die Änderungen den gewünschten Erfolg und das Quietschen an der Vorderachse ist vollständig verschwunden. Mangels Regen konnte ich die Nasseigenschaften noch nicht im Realbetrieb testen, aber nach einer Wäsche des Rades schien die Bremsleistung der Vorderbremse fast unverändert zu sein. Die, noch ungelochte, hintere Bremse zeigte aber eine sofortige Verschlechterung der Leistung und erlangte diese erst nach einigen Bremsvorgängen wieder.
Sobald ich Erfahrungen in einer echten Regenfahrt sammeln konnte, werde ich sie an dieser Stelle nachreichen.

Pedale

Die Tretkurbeln könnten ein paar Millimeter höher angebracht sein, oder die Pedale könnten anders geformt sein, da diese schon öfters in Kurven Bodenkontakt hatten. Auch Carina hat von demselben Problem berichtet.
Bei Nässe rutscht man außerdem leicht von den Pedalen ab, da diese dann nur sehr wenig Grip gegenüber den Schuhsohlen aufweisen. Auch hier werde ich möglicherweise irgendwann andere montieren.

Licht

Der Scheinwerfer und die Rückleuchte sind bei Vanmoof in die Enden des Oberrohrs eingebaut und optisch großartig integriert. Die Tatsache, dass der Scheinwerfer nicht mit dem Lenker mitschwenkt, stört mich nicht.
Das Licht kann über die App entweder ein- oder ausgeschaltet werden, außerdem kann man einen helligkeitsabhängigen Automatikmodus wählen. Ich habe mich aus Sicherheitsgründen für Dauerbetrieb entschieden.
Bei Nacht wäre aber eine Art Fernlicht wünschenswert, da die Ausleuchtung dann nicht weit genug in die Ferne reicht. Eventuell werde ich noch eine Lampe hierfür nachrüsten.

Schaltung

Diese wurde im Vergleich zu den Vorgängermodellen angeblich verbessert, macht aber immer noch keinen besonders robusten Eindruck. Ich fahre praktisch immer mit der höchsten Unterstützungsstufe, weshalb nicht viel Pedalkraft erforderlich ist. Will man mit niedriger oder ohne elektrische Unterstützung fahren, empfiehlt es sich, die Schaltung auf manuellen Betrieb umzustellen und über die beiden Lenkertasten die Gangwechsel auszulösen.

Display

Das im Oberrohr eingebaute Display besteht nur aus Punkten, zeigt aber alle nötigen Informtionen an. Konkret informiert es über Geschwindigkeit, aktuellen Gang und Ladezustand. Außerdem zeigt es an, ob gerade ein Handy verbunden ist. Die Akkuanzeige findet in Form von 21 Punkten statt, wonach ein Punkt für etwa 5% steht. Im Vergleich zum Vorgängermodell, und wohl auch zu früheren S3/X3, ist es hell genug, um auch bei Sonnenschein problemlos lesbar zu sein.

Klingel

Die integrierte Klingel kann per App auf verschiedene Klänge eingestellt werden. Was ich mir noch wünschen würde, wäre eine Möglichkeit, auch eine etwas freundlichere und leisere Version der Klingel zur Verfügung zu haben. Wobei es hierfür ja die quietschende Bremse gibt…

Software & App

Während der letzten Monate haben unsere Fahrräder drei Softwareupdates erhalten, die über die App in wenigen Minuten installiert waren. Die Updates enthalten neben Fehlerbehebungen (z.B. Einstellungen gingen bei einem Neustart verloren) auch Funktionserweiterungen wie beispielsweise die Möglichkeit, manuell die Gänge zu wechseln.
Generell entdeckt man immer wieder kleinere Macken an der Firmware der Fahrräder, bisher ließ sich aber jede mittels eines Neustarts beheben. Dieser dauert nur wenige Sekunden und kann auch während der Fahrt durchgeführt werden.

Über die App können der Standort, der Akkustand, die letzten Fahrten und der Kilometerzähler angezeigt und Einstellungen am Fahrrad vorgenommen werden. Außerdem gelangen Firmwareupdates über die App auf das Fahrrad. Außerdem dient die App als Schlüssel, um das Bike zu entsperren. Alle genannten Funktionen, mit Ausnahme der Fahrten-Historie funktionieren aber nur, wenn das Fahrrad in Bluetooth-Reichweite zum Handy ist.
Mit der App kann man auch anderen einen Zugang zum eigenen Vanmoof zur Verfügung stellen.
Darüber hinaus wäre noch wünschenswert, dass man die Fahrten irgendwie exportieren oder sogar direkt in Apple Health verwerten könnte. Da das Fahrrad auch eine eigene Internetverbindung hat, wäre es vermutlich auch ein Leichtes, zumindest den Ladezustand auch auslesen zu können, wenn man nicht direkt mit dem Fahrrad verbunden ist.

Fazit

Nach vier Monaten und fast 2.000km will ich keinesfalls mehr auf mein Elektrofahrrad verzichten. Auch wenn nicht alles daran perfekt ist, deckt es einen Großteil unserer Mobilitätsbedarfe ideal ab. Neben den täglichen Wegen in die Arbeit erledigen Carina und ich inzwischen nahezu alle täglichen Wege mit unseren Vanmoofs. Dank der Taschen und Gepäckträger lassen sich auch Einkäufe in der Größenordnung von zwei großen Einkaufstaschen gut transportieren. Die Möglichkeit, auch im Sommer ohne zu schwitzen jeden beliebigen Ort im Umkreis von 30km erreichen zu können, und zwar annähernd kostenlos, hat schon etwas für sich.
Dazu kommt, dass am Salzburger Bahnhof Radgaragen von Safetydock für 2€/Tag zur Verfügung stehen und daher auch eine perfekte Integration in den Fernverkehr gegeben ist.

Das Fahrrad hat meine persönliche Lebensqualität so immens gesteigert, dass ich es kaum in Worte zu fassen vermag. Das Gefühl, morgens oder nach der Arbeit beim entspannten Dahingleiten seine Gedanken sortieren zu können und dabei einen guten Podcast oder einfach Musik zu hören, ist dem staugeplagten PKW-Verkehr so dermaßen überlegen, dass ich jeder und jedem nur dringend empfehlen kann, auch einmal ein E-Bike als Alltagsfahrzeug zu testen.

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