West Highland Way

Lesezeit: 23 Minuten

Es geht wieder auf Reisen. Wir fahren mit dem Nightjet von Salzburg nach Paris, besuchen das Disneyland und fahren mit dem Eurostar nach London. Von dort reisen wir weiter nach Glasgow an den Startpunkt des West Highland Way. Der 154 km lange Weg führt uns in 7 Tagen von Süd nach Nord durch die schottischen Highlands. Am Rückweg besuchen wir Edinburgh und London.

Vorbereitungen & Anreise

Die Planung dieser Reise war für uns eine der kompliziertesten bisher. Man darf entlang des West Highland Way zwar in den meisten Abschnitten wild campen, wir haben uns aber schlussendlich dafür entschieden, vorab die Unterkünfte zu buchen. Ausschlaggebend war vor allem, dass wir es nicht riskieren wollten, täglich ein klatschnasses Zelt einpacken und samt Isomatten usw. mittragen zu müssen. Wir hatten Sorge, dass das zu sehr aufs Gemüt schlagen könnte, und wollten es eher bequemer angehen. Es gibt Anbieter von fertigen Arragements, die Unterkunft und Verpflegung beinhalten, aber wir hielten die für überteuert und haben alles selbst organisiert und gebucht. Seid schlauer als wir. Tut es nicht. Oder zumindest ein Jahr im Voraus. Das Problem ist vor allem, dass es sehr wenige Quartiere entlang des Weges gibt, und diese daher gut gebucht und alles andere als günstig sind. Dazu kommt, dass man die täglichen Teilstrecken natürlich aufeinander abstimmen muss und daher praktisch alle Unterkünfte gleichzeitig buchen muss. Das ist aber nicht immer so einfach, da manche nur per Mail oder telefonisch Auskünfte über ihre Verfügbarkeit geben.
Es wird also nicht nur eine der kompliziertesten sondern vermutlich auch eine der teuersten Reisen. Mehr dazu im Fazit nach der Reise.

Nächstes Mal machen wir eine All-Inclusive Busreise.

Carina und Michi

Auf das Gehen haben wir uns bei zwei längeren Probewanderungen vorbereitet, um zu sehen, ob die befüllten, etwa 9 kg schweren Rucksäcke oder die Schuhe irgendwleche unerwarteten Probleme verursachen würden. Haben sie nicht. Bei der tatsächlichen Wanderung waren die Rucksäcke dann etwa 12 kg schwer, das machte aber offenbar keinen signifikanten Unterschied.

Die Buchungen der Züge haben ganz gut geklappt, nicht zuletzt dank der Hilfe von Sebastian Wilken von Zugpost, auch wenn wir auf der Rückfahrt wegen einer Baustelle in Frankreich eine unschöne Verkomplizierung der Route hinnehmen haben müssen. Wir haben die Buchungsplattfomen von ÖBB und Eurostar sowie Trainline benutzt. Letzteres ist eine wirklich gute App, die von der Zugsuche über die Buchung inkl. Ticket in Apple Wallet bis zum Live-Status des Zuges alle Wünsche erfüllt.

Der Bus brachte uns zum Salzburger Hauptbahnhof, wo um 20:55 Uhr (geplant 20:48 Uhr) der Nightjet 468 nach Paris abfuhr. Wir hatten, wie schon letztes Mal, ein Sitzabteil als Privatabteil gebucht. Dieses war leider wieder nicht ganz sauber und aus unerfindlichen Gründen fehlten im gesamten Wagen die Vorhänge zum Gang und die nächstgelegenen WCs waren außer Betrieb, aber sonst war die Fahrt in Ordnung und verlief ganz angenehm.

Um 9:39 Uhr erreichten wir planmäßig Paris und holten uns zwei Pain au Chocolat mit Cappucino. Wir standen bei den Ticketautomaten ein paar Minuten an, weil man Einzelkarten leider nicht in der (ansonsten sehr guten) App Île-de-France Mobilités kaufen konnte und fuhren mit der Metro bis Les Halles und von dort mit dem Regionalzug Richtung Disneyland. Die Fahrt sollte eine knappe Stunde dauern, wegen eines Defekts auf der Strecke mussten wir spontan auf Schienenersatzverkehr umsteigen. Etwa 45 Minuten verspätet erreichten wir unser Hotel Moxy 🐑🐑 nahe dem Disneyland und machten uns umgehend auf in den Park.

Disneyland

Trotz des leichten aber anhaltenden Regens erlebten wir am ersten Tag:

Die Attraktionen waren alle recht gut, vor allem Ratatouille gefiel uns sehr gut, und die Wartezeiten bei den Bahnen lagen zwischen 30 und 50 Minuten. Die Shows waren beide sehr schön gemacht, Disney Dreams war uns aber etwas zu lang und das Feuerwerk fanden wir, vor allem, da es täglich stattfindet, aus ökologischer Sicht deutlich übertrieben.

Und am zweiten Tag:

Disneyland Paris besteht aus zwei Parks, für die man auch unterschiedliche Tickets kaufen kann bzw. muss; Disneyland Park und Walt Disney Studios Park. Letzterer ist wesentlich kleiner und den neueren Themen wie Marvel und Co. gewidmet und in Disneyland Park finden die klassischen Themen statt. Dieser Park ist auch deutlich liebevoller gestaltet und viel größer. Dort steht auch das Dornröschenschloss und die Paraden und Shows finden in diesem Park statt.
Wir haben uns am ersten Tag vor allem im Walt Disney Studios Park aufgehalten und uns am zweiten Tag hauptsächlich Disneyland Park angesehen. Wenn man ein Ticket für beide Parks hat, kann man auch beliebig oft zwischen den Parks wechseln.

Der Check-in beim Eurostar am Pariser Gare du Nord war diesmal schnell und problemlos. Die Fahrt war ereignislos. Von London aus nutzten wir einen Zug von Avanti West Coast, um in etwa 6 Stunden nach Glasgow zu gelangen. Auch diese Fahrt war tadellos, obwohl landschaftlich deutlich abwechslungsreicher.

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West Highland Way

Die Route, die offiziell zwölf Etappen hat, haben wir in sieben Tage aufgeteilt. Die lange erste Teilstrecke hat sich aus der Verfügbarkeit der Quartiere ergeben. Wir hatten uns darauf eingestellt, auch einmal einen Teil der Strecke mit dem Bus zurückzulegen, falls die Füße Probleme machen würden. Am Ende haben wir es aber geschafft, den Weg ohne Hilfe komplett durchzugehen:

TagStartZielkmhhm
1MilngavieBalmaha329:35630
2BalmahaInversnaid269:59582
3InversnaidCrianlarich218:19612
4CrianlarichBridge of Orchy227:53404
5Bridge of OrchyKingshouse (Glencoe)186:59491
6Kingshouse (Glencoe)Kinlochleven176:09440
7KinlochlevenFort William269:36663

Die Distanzen in der Tabelle entstammen dem Tracking meiner Apple Watch und liegen etwa 5% über den offiziellen Angaben. Die Zeiten entsprechen der Gesamtdauer von Start- bis Endpunkt inkl. aller Pausen. Zusätzliche Wege, z.B. um vom WHW zum Quartier zu kommen, sind hier nicht berücksichtigt.

Tag 1 Milngavie ➡️ Balmaha

32 km • 9:35 • 630 hm

Mit dem Zug in ca. 25 Minuten von Glasgow nach Milngavie (Ausgesprochen Mil-Gai). Einkaufen von Essen und Gas bei Tesco und Spar. Start um 10:31 Uhr.

Durch unwirklich schöne Wälder, vorbei an der Glengoyne-Destillerie, herrliche Süßigkeiten bei einem der Honesty Shops entlang des Weges und zum Abschluss der ersten und längsten Etappe über den Conic Hill nach Balmaha am Loch Lomond.

Bis Kilometer 25 war die Wanderung relativ entspannt, danach wurde es (vor allem für mich) sehr anstrengend. Die Überquerung des Conic Hill war wirklich kein Spaß, wir wurden aber von einer großartigen Aussicht belohnt.

Abendessen und Nächtigung im Oak Tree Inn. 🐑🐑

Unsere Bewertung in Schäfchen
🐑 Erwartung nicht erfüllt
🐑🐑 Erwartung erfüllt
🐑🐑🐑 Erwartung übertroffen

🌤️ Das Wetter war während der Tage am WHW und eigentlich auch während der restlichen Reise einfach unglaublich gut. Wir brauchten nur einmal kurz die Regenjacke, aber fast täglich die Sonnencreme. Es war öfters etwas schwül, aber fast immer machte leichter Wind die Situation erträglich.
🦟 Wir hatten nie Kontakt mit Midges, dafür hatte Carina einen Zeckenbiss.

Tag 2 • Balmaha ➡️ Inversnaid

26 km • 9:59 • 582 hm

Dem Loch Lomond entlang, vorbei an wunderschönen Eichen in allen Formen, durch mystische Wälder und über unbeschreiblich schöne Hänge, voll mit Blue Bells. Am letzten Drittel ständiges Bergauf und -ab über Stufen und Felsen. Sehr anstrengend. Dann noch 2,7 km Aufstieg zur Unterkunft (Deratige Abstecher beziehe ich nicht in die Tagesdistanzen mit ein).

Nächtigung im Loch Arklet House. 🐑

📸 Die Fotoausrüstung ist diesmal aus offensichtlichen Gründen sehr minimalistisch ausgefallen. Ich hatte eine Sony α6500 mit zwei Objektiven dabei. Ein 20mm Pancake (Sony SEL-20F28) und ein 35mm (Sony SEL-35F18) dabei. Letzteres kam aber nie zum Einsatz.

Tag 3 • Inversnaid ➡️ Crianlarich

21 km • 8:19 h • 612 hm

Abstieg von der Unterkunft zurück zum West Highland Way. Erste 10 km wieder nicht enden wollendes und kräfteraubendes Auf und Ab über Steinstufen bis Inverarnan. Motivationstief. Überlegungen, mit dem Bus zur nächsten Unterkunft zu fahren.

Schlussendlich haben wir uns doch für Weitergehen entschieden und es sollte die bis dahin schönste Teilstrecke werden. Wir ließen Loch Lomond hinter uns und wanderten entlang des River Falloch langsam ansteigend den Highlands entgegen. Wetter, wie fast immer bisher, nahezu perfekt. Kurz vor erreichen unseres Tagesziels haben wir die 50%-Marke der Gesamtstrecke überschritten. 1,5 km Abstieg nach Crianlarich.

Nächtigung im Crianlarich Youth Hostel. Einfaches Frühstücksbuffet (5,95£), Gemeinschaftsküche, Aufenthaltsraum. 🐑🐑🐑

Tag 4 • Crianlarich ➡️ Bridge of Orchy

22 km • 7:53 h • 404 hm

Einkauf bei Londis (Essen und Gas (Diesmal das richtige)) und Aufstieg zurück zum WHW. Durch einen gerade abgeernteten Forst und dann bis Tyndrum. Weiter durch die immer karger werdende Landschaft bis Bridge of Orchy. Ständig begleitet hat uns der wunderbar gelb blühende Stechginster.

Der Abschnitt war sehr angenehm zu Gehen, die ewige Gerade am Ende aber etwas langwierig.

Gutes Abendessen und Nächtigung im Bridge of Orchy Hotel 🐑🐑🐑

🧹 Der Weg ist sehr sauber und generell in tadellosem Zustand. Die Markierungen sind gut positioniert und klar erkennbar.

Tag 5 • Bridge of Orchy ➡️ Kingshouse (Glencoe)

18 km • 6:59 h • 491 hm

Gutes Frühstück im Hotel, dann über die Bridge of Orchy, die dem Ort seinen Namen gibt, und direkt über den Màm Carraigh (Tolle Aussicht!) bis nach Inveroran. Langsam wieder ansteigend über eine alte Militärstraße in die Hochebene von Rannoch Moor. Schöne Landschaften aber zum Gehen eher eintönig und wegen des harten Untergrunds etwas anstrengend. Abstieg zur Talstation des Schigebiets von Glencoe.

Abendessen und Nächtigung im Glencoe Mountain Resort in einem Camping-Pod. 🐑🐑

🧭 Zur Routenplanung und Navigation haben wir den Reiseführer von Rother verwendet. Der Weg ist aber so gut markiert, dass wir nicht oft auf die Karte schauen mussten. Zum Tracking der Strecken habe ich meine Apple Watch SE verwendet, die auch die langen Etappen mit einer Akkuladung (im Stromsparmodus) geschafft hat. Carinas Series 7 hätten wir (vermutlich wegen der zusätzlichen Sensoren) unterwegs aufladen müssen. Carina hat die Tracks aber mit Alpenvereinaktiv aufgenommen. Zumindest bei mir scheint die Watch immer etwas mehr Strecke gemessen zu haben, was am Ende meist dazu geführt hat, dass wir nach dem scheinbaren Erreichen des Kilometer-Ziels noch ein oder zwei Kilometer mehr gehen mussten.

Tag 6 • Kingshouse (Glencoe) ➡️ Kinlochleven

17,4 km • 6:09 h • 440 hm

Gutes Frühstück im Glencoe Mountain Resort. Zurück zum WHW, vorbei am Kingshouse Hotel, leichter Anstieg. Dem Hang entlang und dann in prallem Sonnenschein über Devil’s Staircase bis zum höchsten Punkt des West Highland Way in das benachbarte Tal. Langsam wieder bergab und über eine Schotterstraße bis nach Kinlochleven. Einkauf bei Coop.

Im Bereich zwischen Glencoe und Devil’s Staircase konnten wir immer wieder Teilnehmer des Scottish Six Days Trial sehen. Es ist das älteste derartige Motorradrennen der Welt und findet unter anderem auf kleinen Teilen des WHW statt.

Nächtigung im super ausgestatteten und liebevoll gestalteten Glamping Pod von West Highland Way Holidays. 🐑🐑🐑

Tag 7 • Kinlochleven ➡️ Fort William 🏁

25,7 km • 9:36 h • 663 hm

Bei wolkenlosem Himmel und entsprechender Hitze schleppen wir uns in ein höher gelegenes Tal, das dann weiter sanft ansteigt. Über eine alte Militärstraße lange dem Tal entlang, dann etwas bergauf und -ab und in einem anderen Tal mit Blick auf Ben Nevis, des höchsten Bergs Schottlands, wieder langsam bergab Richtung Fort William. Erst ab etwa der Hälfte bildeten sich Wolken ein Lüftchen verschaffte uns etwas Abkühlung. Über eine Forststraße bis ins Tal und dann die letzten Kilometer auf Asphalt bis ins Zentrum von Fort William, wo der West Highland Way sein Ende findet (und der Great Glen Way seinen Anfang nimmt). Diese letzten Kilometer waren wegen ihrer Eintönigkeit etwas anstrengend aber die finale Ankunft an der Statue „Man with Sore Feet“ hat das alles wieder aufgewogen.

Nächtigung im Constantia Airbnb mit toller Aussicht. 🐑🐑🐑

🏥 Ernsthafte körperliche Probleme hatten wir unterwegs nicht, auch wenn zuerst ich und dann Carina unter einer Erkältung litten, die ich mir wohl bei einem der rund 50.000 Menschen in Disneyland eingefangen hatte. An den letzten Wander-Tagen hatte Carina außerdem mit Periodenschmerzen zu kämpfen. Glücklicherweise kann man hier in UK Medikamente wie Zuckerl kaufen und Lutschtabletten und Ibuprofen haben uns schließlich bei Laune gehalten.
Unsere Beine und Füße hielten sich auch halbwegs wacker. Carina bekam leider bis zuletzt mehrere Blasen nur schlecht in den Griff und sie plagte manchmal eine schmerzende Achillessehne. Auch ein paar Tage nach dem Ende des WHW hatte sie noch eine Schwellung im Bereich des Sprunggelenks. Ich hatte weniger Probleme mit den Füßen, wohl auch wegen des Foot Glide Anti-Blasen-Sticks, der ganz vorzüglich funktioniert, solange man noch keine Blasen hat. Dem Muskelkater haben wir mit einer täglichen Dosis Magnesium Einhalt geboten.

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Edinburgh

Mit dem Zug um 11:40 Uhr in 3:46 h 6:25 h von Fort William nach Glasgow, wo wir unseren Koffer zwischengelagert hatten. Der Zug war rappelvoll, wir waren daher sehr froh darüber eine Reservierung zu haben. Die Fahrt auf der West Highland Line war landschaftlich sehr schön und führte auch durch mehrere Orte, die wir in den Tagen zuvor durchwandert hatten. Leider ist auf der Strecke irgend ein Problem aufgetreten, weshalb wir kurz vor der Endstation den Zug wechseln mussten und mit über zwei Stunden Verspätung in Glasgow ankamen. Ab dort verlief dann alles problemlos.

Spaziergang zum Abendessen (wie schon 2016 und 2017) im Red Squirrel 🐑🐑🐑, Nächtigung bei KM-Apartments 🐑🐑🐑.

Am folgenden Tag spazierten wir durch die Altstadt von Edinburgh und dann zum Botanischen Garten. Dieser ist wirklich hervorragend und immer für einen Besuch zu empfehlen! 🐑🐑🐑

London

Mit dem LNER Azuma um 9:00 Uhr in 4:41 h von Edinburgh nach London Kings Cross. Die Fahrt, teils an der Ostküste entlang, war tadellos. Zur Unterkunft in Wandsworth (Brewers Inn 🐑🐑) und dann mit dem Bus zur Battersea Power Station. Essen und das beeindruckende Gebäude bestaunen. Den Lift 109, eine gläserne Aussichtsplattform in einem der Schornsteine, haben wir uns gespart, weil es und mit etwa 24 £ deutlich überteuert erschien.

Diverses in London:

Dann Rückfahrt zur Unterkunft in Wandsworth mit der Buslinie 87 (Schöne Route durch die City). Leider keine der elektrifizierten Buslinien.

Sehr gute Pizza bei Zia Lucia Wandsworth.

Heimreise

Der Plan war: Mit dem Eurostar am Abend von London nach Paris und dann mit dem Nightjet nach Salzburg. Kurz vor Abreise aus Österreich wurden wir darüber informiert, dass der NJ statt von Paris jetzt nur mehr ab Strassburg fahren würde und man sich selbst um einen Zug nach Strassburg kümmern müsse. Also TGV nach Strassburg gebucht und Eurostar auf einen früheren Zug geändert.

Am Tag der Heimreise dann die nächste „Fahrplanänderung“ seitens ÖBB. Der NJ fährt jetzt nur mehr ab Mannheim. Telefonat mit ÖBB. Vielleicht können wir einen ICE (SNCF) von Paris nach Mannheim nehmen, bei dem die Tickets sogar anerkannt werden, aber Sitzplätze müssen wir wieder selbst organisieren, weil die Französische Bahn angeblich anderen Bahnen keinen Zugriff auf ihr Buchungssystem gibt…

Die Fahrt mit dem Eurostar von London nach Paris war zwar etwas verpätet aber insgesamt entspannt und deutlich weniger chaotisch als beim letzten Mal.

Schlussendlich haben wir dann doch den zuvor gebuchten TGV genommen, aber eine Station weiter, nämlich bis Offenburg (DE). Dann weiter mit dem ICE 100 nach Mannheim, wo wir um 21:35 Uhr eintrafen. Unser Nightjet sollte dort erst um 2:25 Uhr abfahren, also machten wir das Beste daraus und spazierten kurzerhand zum Kino und sahen uns um 22:40 Uhr The Fall Guy an. Ganz witzig eigentlich. Um 1:30 Uhr waren wir dann wieder zurück am Bahnhof, wo der Nightjet auch bereits stand (Er stand auch bei der Hinfahrt in Mannheim eine ganze Weile herum). Abteil aufgesucht, hingelegt und um etwa 3:00 Uhr tatsächlich abgefahren. Halbwegs pünklich um etwa 7:30 Uhr in Salzburg angekommen.

Fazit und Kosten

Abgesehen von den Zugproblemen bei der Heimfahrt und der Verspätung in Schottland hat alles organisatorische wunderbar geklappt. Die Mehrkosten durch die Zugänderung und die Kosten für den verspäteten Zug wurden inzwischen übrigens vollständig rückerstattet.

Die Wanderung am West Highland Way war eine tolle Erfahrung, die wir uneingeschränkt weiterempfehlen können. Währenddessen schien es uns nicht so aufzufallen, aber das Wandern hatte zweifellos etwas Meditatives. Wir hatten zuvor Sorgen, dass wir uns langweilen würden oder dass wir mit der ganzen Zeit, die wir an den Tagen kürzerer Abschnitte hätten, nichts anzufangen wüssten. Aber wärenddessen war nichts davon ein Thema. Man geht einfach. Und genießt die Landschaft. Wir hörten nie Musik oder einen Podcast. Wir hörten Vögel, meistens einen Kuckuck. Man führt auch keine tiefsinnigen Gespräche. Man geht einfach von Stufe zu Stufe, von Baum zu Baum, von Kilometer zu Kilometer, von Tag zu Tag.

Unsere Ausrüstung hat gut funktioniert, aber natürlich hätte man noch ein paar mehr Dinge weglassen können. Besonders positiv hervorheben möchte ich die Merino-Shirts von Supernatural und den Anti-Blasen-Stick Foot Glide.

Die Reise war mit 5.516 €, wie schon zu Beginn vermutet, eine unserer teuersten. Pro Tag entspricht das 324 €. Das lag vor allem an den teuren Unterkünften entlang des Weges. Hier sollte man auf jeden Fall früher buchen und sich mehr auf Hostels und Campingplätze konzentrieren.


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